Mit dem Eucell Gesundheitsbrief informiert uns Dr. med. Werner G. Gehring über unterschiedlichste Themen aus dem Gesundheitsbereich. Folgende Themen erwarten Sie in dieser Ausgabe:

ADHS bei Kindern, weil die Mutter in der Schwangerschaft geraucht hat? // Fettleibigkeit – weniger lebensgefährdende Gesundheitsschäden durch Vitamin C // Elektroakupunktur in der Zahnmedizin // Aktiv bewegen gegen Schlafstörungen und damit einhergehende kognitive Beeinträchtigungen // Schaden schmerzstillende Mittel beim Sport mehr als dass sie nutzen? // Fettabsaugen, Bauchstraffung & Co. – viele Patientinnen haben schiefe Hüften // Kennzeichnung von Sonnencremes: Angaben zum Lichtschutzfaktor richtig verstehen // Wirkung von Omega-3-Fettsäuren in der Schwangerschaft // Nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD): Probiotika wirkungsvoll in der Therapie // Was haben die sozialen Unterschiede mit der Lebenserwartung zu tun? // Darmkrebs in der Familie – auch Halbgeschwister haben erhöhtes Risiko

Gesundheit und Prävention

ADHS bei Kindern, weil die Mutter in der Schwangerschaft geraucht hat?

Frauen, die ein Kind erwarten, sollten sich das Rauchen abgewöhnen. Dieser wichtige medizinische Rat sollte unbedingt umgesetzt werden, um das Ungeborene vor einer Sauerstoff- und Nährstoffunterversorgung sowie vor den Giftstoffen zu schützen und um eine altersgerechte körperliche und geistige Entwicklung zu garantieren.

Wissenschaftler aus Finnland konnten jetzt bestätigen, dass es einen Zusammenhang zwischen der Nikotinsucht bei Schwangeren und der Entwicklung einer Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) gibt, weil das Nikotin offensichtlich auch eine schädigende Wirkung auf das zentrale Nervensystem hat.

Mit Hilfe von Blutuntersuchungen wurde der Wert eines Nikotin-Abbauproduktes bei den schwangeren Frauen ermittelt, um festzustellen, ob und wie stark sie aktiv oder passiv rauchten. Im Rahmen der sogenannten „Finish Maternitiy Cohort“ nahmen etwa zwei Millionen Frauen an der Studie teil. Die Nikotinbelastung des Blutes von über 1000 Müttern, deren Nachwuchs von ADHS betroffen war, wurde mit den Werten von Müttern verglichen, deren Kinder nicht verhaltensauffällig waren.

Im Ergebnis zeigte sich, dass der Nikotinkonsum bei Schwangeren zu einem deutlich höheren Risiko für ADHS führte. Hierbei konnte sogar eine eindeutige Dosis-Abhängigkeit festgestellt werden: Lag der Wert des Nikotin-Abbauproduktes Cotinin im Blut der werdenden Mutter bei über 50 ng pro ml, so erhöhte sich das ADHS-Risiko des Nachwuchses um das Doppelte im Vergleich zu den mütterlichen Nichtraucherinnen. Bei einem Teil der untersuchten Kinder war das Risiko sogar um das Dreifache erhöht gewesen.

Die Studienautoren räumen ein, dass möglicherweise die genetische Veranlagung für die Entstehung von ADHS mitverantwortlich sein könnte. So ist beispielsweise bekannt, dass ADHS-Patienten häufiger zur Zigarette greifen, um sich die beruhigende Eigenschaft des Nikotins zunutze zu machen.

Somit sei nicht so einfach zu unterscheiden, ob die rauchenden Schwangeren nicht selbst auch schon von dieser Erkrankung betroffen waren. In diesem Falle wäre die Belastung des Nachwuchses noch höher, zum einen aufgrund der genetischen Vorbelastung und zum anderen aufgrund des hohen Nikotinkonsums der Mutter. Auch weitere Faktoren nehmen bei der Entstehung von ADHS Einfluss, wie beispielsweise mögliche Komplikationen während der Geburt oder störende Umweltfaktoren.

Fettleibigkeit – weniger lebensgefährdende Gesundheitsschäden durch Vitamin C

Eine unausgewogene und ungesunde Ernährung mit viel Fett und Zucker schadet bekanntlich dem Körper und führt in Kombination mit mangelhafter körperlicher Aktivität zu Übergewicht und Fettleibigkeit. Folgeerkrankungen wie das methabolische Syndrom mit hohen Blutzuckerwerten, hohem Blutdruck und überhöhten Bluttfettwerten kommen schnell hinzu. Betroffene leiden an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, an Diabetes, an einer Fettleber und vielem mehr. Sie verringern ihre Lebensqualität und riskieren wertvolle Lebenszeit.

Ursache für diesen fatalen Kreislauf bildet die Tatsache, dass eine dauerhaft ungesunde Ernährung den Darm beschädigt und seine Funktion aus dem Gleichgewicht bringt. US-amerikanische Wissenschaftler bestätigten jetzt folgenschwere Reaktionen, die aus einem derart beschädigten Darm hervorgehen können. Eine wichtige Hilfestellung, um diese Reaktionen aufzuhalten, wäre neben dem aktiven Abbau der überflüssigen Körperpfunde eine höher dosierte Aufnahme von Vitamin C, so die Forscher.

Eine dauerhafte fettreiche Ernährung beschädigt die Darmwand. Bestimmte Stoffe aus dem geschädigten Darm und deren Darmbakterien gelangen irrtümlicherweise in den Blutkreislauf und setzen dort eine schädigende Abwehrreaktion der weißen Blutkörperchen in Gang. Denn diese körpereigenen Abwehrstoffe, die eigentlich nur bei unerwünschten Eindringlingen wie Bakterien aktiv werden, zerstören auch wünschenswerte Verbindungen im Blut wie beispielsweise das Vitamin C.

Wird dem Blut nun das so wichtige Antioxidans Vitamin C irrtümlicherweise genommen, so wird damit dessen entzündungshemmende Eigenschaft eingebüßt. Denn je mehr die antioxidativen Wirkungen geschwächt sind, desto eher kommt es in unserem Körper durch die aggressiven freien Radikale zu krankmachenden und alternden Entzündungsreaktionen. Hinzu kommt, dass Übergewichtige aufgrund ihres hohen Anteils an Fettgewebe sowieso schon durch viele freie Radikale belastet sind. Fällt dann das schützende Vitamin C zusätzlich weg, so verschlechtert sich der Stoffwechsel der Betroffenen zunehmend.

Vor dem Hintergrund, dass Fettleibige ohnehin weniger vitaminreiches Obst und Gemüse essen, raten die Studienautoren an, unbedingt auf eine tägliche ausreichende Vitamin-C-Zufuhr zu achten, die höher dosiert ist als die allgemeine Empfehlung für einen normalgewichtigen, gesunden Erwachsenen.

Zahngesundheit und Zahnästhetik

Elektroakupunktur in der Zahnmedizin

Die Elektroakupunktur geht auf das alte traditionelle Verfahren der klassischen Akupunktur in der Chinesischen Medizin zurück und wird heute in Kombination mit alternativen Methoden wie der Homöopathie angewendet. Die Akupunktur begründet sich auf die Annahme, dass die Energiekanäle (Meridiane) des Körpers über bestimmte Akupunkturpunkte erreichbar sind und somit durch gezielte Nadelpunktion im Hinblick auf Krankheiten beeinflusst werden können. Dabei wird hier an die Akupunkturnadel ein elektrischer Strom angelegt, der therapeutisch auf das erkrankte Gewebe wirkt. Der deutsche Arzt Reinhold Voll (1909-1989) entwickelte das Verfahren weiter und vertrat die Annahme, dass die Messung eines Reizstromes an den definierten Akupunkturpunkten Auskunft über die lokale Leitfähigkeit des Gewebes, über den Funktionszustand und über die Verträglichkeit von Medikamenten gibt.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Früherkennung von Störungen – Pathologische (krankheitsbedingte) Veränderungen können im Frühstadium erkannt und unter Förderung der Selbstheilung behandelt werden.
  • Austestung geeigneter Naturheilmittel – Die erforderlichen Heilmittel werden ermittelt.
  • Erkennung und Beseitigung von Therapiehindernissen – z. B. Allergene, Intoleranzen, Zahn-Kiefer-Herde, Wohngifte, Toxine in Nahrungsmitteln und Belastungen durch Gifte am Arbeitsplatz.
  • Ergänzende Therapie chronischer Krankheiten
  • Herddiagnostik – Anhand verschiedener Messpunkte kann der Zahnarzt testen, ob einer Ihrer Zähne sich zu einem Störherd entwickelt hat.

Die Elektrotherapie ersetzt keinesfalls schulmedizinische Behandlungen wie chirurgische Eingriffe, Notfallmedizin, Hormonsubstitution oder immunsupressive Therapien.

Sport

Aktiv bewegen gegen Schlafstörungen und damit einhergehende kognitive Beeinträchtigungen

Wie wichtig eine gute Schlafqualität für den Menschen ist, zeigt das Ergebnis einer aktuell veröffentlichten Querschnittsstudie mit Senioren. Demnach verschlechtern sich die kognitiven Fähigkeiten, wie zum Beispiel die Aufmerksamkeit, die Erinnerung, das Lernen, die Kreativität oder die Orientierung nachweislich bei solchen Senioren, die von einer langjährigen Schlafstörung betroffen sind.

Dieses Ergebnis ist auf eine US-amerikanische Studie zurückzuführen, die über 550 betagtere Teilnehmer für mindestens fünf Jahre begleitete. Die Aktivitäts- und Ruhezyklen der Studienteilnehmer wurden gesammelt und entsprechende Daten zur Schlafqualität ausgewertet. Außerdem wurden zahlreiche Tests durchgeführt, um Angaben zur kognitiven Fähigkeit der Senioren zu erhalten.

Es zeigte sich wieder einmal, wie wichtig eine gute Schlafqualität ist. So ließen die gemessenen kognitiven Fähigkeiten nachweislich nach, sofern die Betroffenen wenig erholsamen Schlaf fanden. Bei einer reduzierten Schlafdauer von weniger als sechs Stunden pro Tag erhöhte sich das Risiko für kognitive Einbußen innerhalb des fünfjährigen Beobachtungszeitraums erheblich.

Eine durchschnittliche Schlafdauer von sieben bis acht Stunden mit möglichst wenigen nächtlichen Wachphasen hingegen hinterließ bezüglich der Kognition keine Beeinträchtigungen. Bei Menschen höheren Lebensalters, die von Schlafstörungen betroffen sind, gibt es bekanntlich vielerlei Ursachen. Mediziner sind sich jedoch einig, dass eine schlechte Schlafqualität in diesem Alter vornehmlich auch auf eine mangelnde körperliche Bewegung zurückzuführen ist.

Hinzu kommt, dass ältere Menschen mit Schlafstörungen leider irrtümlicherweise von Aktivitäts- und Bewegungsprogrammen ausgeschlossen werden oder sich selbst ausschließen, weil sie verständlicherweise aufgrund ihrer Müdigkeit das Bedürfnis nach Ruhe haben. Schnell geraten sie in einen Teufelskreis, der die Schlafstörungen weiterhin verschlechtert.

Vor diesem Hintergrund ist es besonders wichtig, die Betroffenen zu mehr körperlicher Aktivität zu motivieren, um den Schlafrhythmus ins Gleichgewicht zu bringen und den negativen körperlichen Folgen von Schlafstörungen entgegenzuwirken.

Schaden schmerzstillende Mittel beim Sport mehr als dass sie nutzen?

Nach wie vor kommen Schmerzmittel im Porfi- sowie im Breitensport zu schnell und zu häufig zum Einsatz. Die Betroffenen versprechen sich eine schnelle Schmerzlinderung, um dem Körper trotz dieser Alarmsignale die sportlichen Leistungen möglichst ohne Beeinträchtigung abzuverlangen. Doch wie verhält es sich tatsächlich mit der Wirksamkeit der Einnahme von Schmerzmitteln beim Sport? Beeinträchtigen sie nicht vielleicht sogar die Leistung und die körperliche Gesamtverfassung?

Um dieser Frage nachzugehen, wurden 3.900 männliche und weibliche Teilnehmer des Bonn-Marathons im Jahre 2010 bezüglich ihrer Schmerzmitteleinnahme befragt. Dabei zeigte sich, dass freiverkäufliche Schmerzmittel vermehrt von Männern in höherer Dosis eingenommen, und die verschreibungspflichtigen Analgetika in geringerer Dosis überwiegend von Frauen geschluckt werden.

Bei der Auswertung der gesammelten Daten stellte sich heraus, dass die Sportler mit Schmerzmitteln eine schlechtere sportliche Leistung zeigten als diejenigen, die keine entsprechenden Mittel eingenommen hatten.

Dieses Ergebnis bestätigt die Erkenntnis aus vorherigen Untersuchungen, dass die ergänzende Einnahme von beispielsweise antirheumatischen Schmerzmitteln bei körperlicher Anstrengung das Auftreten von Entzündungen in Gehirn und Muskulatur fördern. Auf diese Weise kommt es unter anderem zu einer nachlassenden sportlichen Leistung.

Das unkontrollierte und unfachliche Einnehmen von Schmerzmitteln durch Sportler kann Krämpfe und Schädigungen im Verdauungstrakt sowie folgenschwere Beeinträchtigungen des Herz-Kreislauf-Systems und der Nieren begünstigen. Nicht zuletzt verzerrt die Einnahme von Schmerzmitteln die natürliche Leistungsgrenze der betroffenen Sportler.

Durch eine entsprechend hervorgerufene Überbeanspruchung und mangelnde Gelegenheit der Regeneration kommt es schnell zu gesundheitlichen Schäden mit weiteren Schmerzen und Einbußen in der sportlichen Leistung.

Beauty und ästhetische Medizin

Fettabsaugen, Bauchstraffung & Co. – viele Patientinnen haben schiefe Hüften

Der Wunsch nach einer perfekten Körpersilhouette ist für zunehmend viele Frauen der Antrieb, sich einer sogenannten „Body-Conouring-Maßnahme“ zu unterziehen. Eine Bauchdeckenstraffung oder das Fettabsaugen an den Hüften oder Beinen gehören zu den häufigen Maßnahmen, um die optische Erscheinung zu verändern. Bevor es zu einem entsprechenden operativen Eingriff kommt, sind zahlreiche Untersuchungen zu empfehlen und durchzuführen, um ein optimales Ergebnis für die betroffenen Patienten zu erzielen.

Eine aktuelle Studie vor diesem Hintergrund zeigt, dass insbesondere mögliche Fehlstellungen der Hüfte und Beine berücksichtigt werden sollten, denn etwa 70 bis 80 % der Frauen, die sich einer Bauchdeckenstraffung oder Fettabsaugung unterziehen möchten, sind offensichtlich von einer entsprechenden Schiefstellung betroffen. Nur den wenigsten Menschen ist es bewusst, dass bei ihnen eine schiefe Hüfte oder ähnliche Asymmetrie vorliegt.

Auf derartige Fehlstellungen sollte bei der Planung einer schönheitskorrigierenden Operation unbedingt untersucht und eingegangen werden, weil sie sonst das Ergebnis und die Patientenzufriedenheit stark beeinträchtigen können. So können beispielsweise aufgrund asymmetrischer operativer Einschnitte ungleichmäßige und daher unschöne Narben entstehen.

Kennzeichnung von Sonnencremes: Angaben zum Lichtschutzfaktor richtig verstehen

Viele Menschen freuen sich bereits auf die sonnenreichsten Monate eines Jahres. Es ist daher wichtig, die Angaben auf den Verpackungen von Sonnenschutzmitteln richtig lesen und deuten zu können.
Bisher kursierte oftmals die Meinung, dass ab einem gewissen Lichtschutzfaktor, beispielsweise ab LSF30, kein spürbar höherer Schutz zu erwarten ist gegenüber Mitteln mit niedrigerem Faktor.

Diese Fehleinschätzung ist teilweise auch bei Fachkräften vorzufinden und auf irreführende Angaben bezüglich der absorbierten hautrötenden Strahlung zurückzuführen. Über 260 Hautärzte wurden vor diesem Hintergrund in Deutschland, USA, Schweiz und Australien befragt, wie sie die Wirksamkeit von Sonnencremes mit den Lichtschutzfaktoren zwischen 10 und 50 im Vergleich einstuften.

Bei der Auswertung zeigte sich, dass viele von ihnen die Schutzwirkung der Sonnencremes mit höherem LSF im Vergleich zu denen mit geringerem LSF unterschätzten. Angaben bezüglich der absorbierten oder durchgelassenen hautrötenden Strahlung scheinen daher eine eher irreführende als aufklärende Wirkung zu haben.

Wer also hilfreiche Informationen aus den zahlreichen Verpackungsangaben von Sonnenschutzmitteln ziehen möchte, sollte sich auf die Angaben bezüglich des Lichtschutzfaktors verlassen und entsprechend deuten: Wird zum Beispiel eine Creme mit LSF60 genutzt anstelle LSF30, so bedeutet das, dass sich der Schutz nochmal verdoppelt, weil nur halb so viele Strahlen auf diese Weise auf die Haut gelangen.

Für eine gute Vorbereitung auf die sonnenreiche Zeit gilt es, Produkte mit einem Mindest-Lichtschutzfaktor von 30 und einem sogenannten „broad spektrum“-Schutz auszuwählen. Auf diese Weise kann ein Mindestschutz gegen UVA- und UVB-Strahlen garantiert werden. Eine individuell angepasste Sonnencreme dient keinesfalls als Freibrief für grenzenloses Sonnenbaden, sondern stellt lediglich die Basis eines Sonnenschutzes dar. Zusätzlich sollten Sonnenhungrige zwischendurch Schattenplätze aufsuchen und auf einen ausreichenden Schutz durch entsprechende Kleidung achten.

Vitalstoffe und Ernährung

Wirkung von Omega-3-Fettsäuren in der Schwangerschaft

In einer hochwertigen Analyse wurden alle relevanten Ernährungsstudien zusammengetragen und ausgewertet, die einen Nutzen von marinen Omega-3-Fettsäuren während der Schwangerschaft untersucht hatten. Bei dieser Analyse handelt es sich um eine Aktualisierung der letztmaligen Untersuchung aus dem Jahr 2006. Es wurden die Daten von 70 hochqualitativen, placebokontrollierten und dem Zufallsprinzip unterliegenden Studien zusammengefasst. Das gesamte Kollektiv bestand aus 19.927 schwangeren Frauen und deren Nachwuchs.

Ergebnisse
Die Studienlage zur Einnahme von marinen Omega-3-Fettsäuren und der Reduzierung des Risikos für Frühgeburten (<37. Schwangerschaftswoche) und extremen Frühgeburten (<34. Schwangerschaftswoche) war sehr gut und überzeugend. Dies betrifft ebenso die Reduktion des Risikos für ein zu geringes Geburtsgewicht. Des Weiteren konnte ein moderater Effekt bei der Abnahme der Risiken für Präeklampsien, Fehlgeburten oder den Aufenthalt des Neugeborenen auf der Intensivstation festgestellt werden.

Zusammenfassung
Die Ergebnisse der Analyse zeigen einen eindeutigen Nutzen von marinen Omega-3-Fettsäuren während der Schwangerschaft. Es sind vorerst keine weiteren Studien nötig, um die Bedeutung von marinen Omega-3-Fettsäuren in der Schwangerschaft zu untersuchen. Wichtiger sei in der Zukunft, den langfristigen Nutzen für Mutter und Kind in Nachuntersuchungen zu prüfen.

Nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD): Probiotika wirkungsvoll in der Therapie

Die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) ist ein zunehmendes Problem in Deutschland. Die Krankheit steht in einem engen Zusammenhang mit Entzündungsreaktionen und oxidativem Stress. In einer Studie untersuchten Wissenschaftler die Wirkung von probiotischen Kulturen auf verschiedene Parameter wie Entzündungsmarker oder den oxidativen Stress. 75 Patienten mit NAFLD wurden dazu in 4 Gruppen eingeteilt. Die ersten beiden Gruppen erhielten über 3 Monate täglich entweder einen Mix probiotischer Kulturen aus Bifidobakterium longum und Lactobazillus acidophilus oder ein Präbiotikum aus Inulin. Patienten der 3. Gruppe erhielten sowohl Prä- als auch Probiotika und die 4. Gruppe ein Placebo.

Ergebnisse
Teilnehmer der Probiotikagruppe wiesen nach 3 Monaten eine deutliche Verbesserung zahlreicher Parameter auf. Sowohl das Körpergewicht als auch der Body-Mass-Index, der Bauch- und Hüftumfang sowie der Entzündungswert TNF-alpha hatten im Vergleich zur Placebogruppe eindeutig abgenommen. Ebenso kam es zu einer Zunahme der antioxidativen Kapazität im Serum. Ähnliche Effekte konnten auch bei der Präbiotika- und der Kombinationsgruppe nachgewiesen werden. Die Kombinationsgruppe erzielte darüber hinaus noch eine deutliche Abnahme des Entzündungswertes hs-CRP.

Zusammenfassung
Die Probiotika Bifidobakterium longum und Lactobazillus acidophilus mit oder ohne Kombination des Präbiotikums Inulin können zahlreiche Parameter bei einer NAFLD und so möglicherweise auch den Verlauf der Krankheit verbessern.

Anti-Aging – Alt werden, jung bleiben

Was haben die sozialen Unterschiede mit der Lebenserwartung zu tun?

Schon seit Jahren gibt es die Tendenz, dass die Sterblichkeit und Lebenserwartung eines Menschen vom sozialen Status abhängt. So sterben ab dem 65. Lebensjahr bei den sozial schwächeren Bundesbürgern im Durchschnitt 13 % der Frauen und 27 % der Männer. Bei den sozial sehr viel besser gestellten Menschen hierzulande liegen die Zahlen jedoch nur bei 8 % beziehungsweise 14 %.

Diese Daten stammen aus einem aktuellen Bericht des Robert-Koch-Institutes. Dieses Public-Health-Institut wertet regelmäßig entsprechende gesundheitliche Zahlen aus. Die Forscher berechneten nicht nur die Lebenserwartung ab dem 65. Lebensjahr, also die sogenannte „fernere Lebenserwartung“, sondern auch die „mittlere Lebenserwartung“, die ab der Geburt vorliegt.

Auch bei der letzteren jüngeren Bevölkerungsgruppe liegen die Unterschiede bezüglich der Lebenserwartung zwischen dem niedrigeren und dem höheren sozialen Status bei 4,4 Jahren (für die Frauen) und bei 8,6 Jahren (für die Männer).

Während bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts der stete Anstieg der Lebenserwartung vor allem darauf zurückzuführen war, dass weniger Säuglinge, Kinder und junge Menschen starben, ist es in der jüngeren Zeit vornehmlich die abgenommene Zahl der Sterblichkeit bei den älteren Menschen, die dafür verantwortlich ist. In manchen Jahren, wie beispielsweise 2013, 2015 oder 2017 war der trendhafte Anstieg der Lebenserwartung jedoch etwas gebrochen, weil schwere Grippewellen die Zahl der Todesfälle erhöht hatten.

Ein weiterer wichtiger Zusammenhang konnte mit den aktuellen Ergebnissen des Robert-Koch-Institutes bestätigt werden: Setzt man Einkommen, Bildung und Beruf einer Bevölkerungsgruppe mit der Sterblichkeit in Verbindung, so ergeben sich bereits bezüglich der mittleren Lebenserwartung endeutige Unterschiede.

Die entsprechende Ungleichheit der Lebenserwartung bei Kindern und Jugendlichen sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass zunehmend junge Familien mit Migrationshintergrund in die Datenerhebung miteinbezogen werden.

Darmkrebs in der Familie – auch Halbgeschwister haben erhöhtes Risiko

Weltweit erkranken jährlich etwa 1,8 Millionen Menschen an Darmkrebs. Bei 50 % von ihnen endet die Krankheit tödlich. Auch hierzulande zählt sie zu den häufigsten Krebsarten. Tritt diese Krebsart auf, so ist das Risiko auch bei den Kindern und Geschwistern erhöht. Darmkrebs ist also familiär vererbbar.

Vor diesem Hintergrund wollten Wissenschaftler aus Heidelberg zusammen mit internationalen Krebsforschern nähere Informationen dazu erhalten, wie genau es sich mit der Vererbbarkeit innerhalb der Familie verhält und nahmen die Daten von mehr als 170.000 Darmkrebspatienten und deren Familienangehöriger näher unter die Lupe. Sie wollten wissen, wie hoch das Erkrankungsrisiko für Familienangehörige des ersten und zweiten Grades ist.

Von über 16 Millionen Studienteilnehmern erkrankten über 170.000 Menschen an Darmkrebs. Mit Hilfe der Analyse von Stammbäumen und der Familiengeschichte zogen die Forscher im Rahmen der Studie Rückschlüsse darüber, inwiefern das Erkrankungsrisiko in der Verwandtschaft erhöht ist.

Bei der Auswertung ergab sich, dass das Darmkrebs-Erkrankungsrisiko unter Geschwistern um das 1,7-fache erhöht ist im Vergleich zu Geschwistern aus nicht betroffenen Familien. Interessanterweise traf dieses erhöhte Risiko nicht nur unter direkten Geschwistern, sondern auch unter Halbgeschwistern auf. Ihr Erkrankungsrisiko lag damit sogar höher als das der Großeltern oder beispielsweise der Tante oder des Onkels.

Es zeigte sich auch, dass sich die Risiken innerhalb einer Familie summieren. Das bedeutet, dass diejenigen Menschen am höchsten genetisch vorbelastet sind, die mehrere krebserkrankte Familienmitglieder ersten oder zweiten Grades haben.

Um auf das erhöhte Erkrankungsrisiko von Familienmitgliedern frühzeitig reagieren zu können, gilt die Regel, ein Screening durchführen zu lassen. Diese Vorsorgemaßnahme sollte zehn Jahre vor dem Alter liegen, an dem beim jüngsten Familienangehörigen eine Darmkrebserkrankung diagnostiziert wurde. Liegt eine eindeutige familiäre Vorbelastung vor, so sollten Verwandte des ersten Grades schon ab dem Alter von 25 Jahren an einer vorsorglichen Darmspiegelung teilnehmen.

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