Mit dem Eucell Gesundheitsbrief informiert uns Dr. med. Werner G. Gehring über unterschiedlichste Themen aus dem Gesundheitsbereich. Folgende Themen erwarten Sie in dieser Ausgabe:

Vor einer Operation: Auch keine E-Zigarette! // Schnarchende Frauen – Belastung für das Herz // Kariesrisikobestimmung // Weichen für Bewegungsträgheit bereits im frühen Grundschulalter gestellt // Herzgesundheit und Marathon – Sollten Amateur-Läufer lieber Halbmarathon wählen? // Nahrungsmittelallergie als mögliche Ursache einer Windeldermatitis? // Atopische Dermatitis und Probiotika // Polyphenol-Mischung verzögert kognitiven Abbau im Alter // MAPT-Studie: Omega-3-Fettsäuren & körperliche Fitness im Alter // Wer am Screening teilnimmt, halbiert sein Sterberisiko durch Brustkrebs // Lungenkrebs häufiger bei Frauen als bei Männern

Gesundheit und Prävention

Vor einer Operation: Auch keine E-Zigarette!

Zigaretten verschlecherten die Wundheilung und sollten bekanntermaßen nicht vor anstehenden operativen Eingriffen geraucht werden. Bisher wurde vereinzelt auf die E-Zigarette als Alternative hingewiesen, um möglichen Komplikationen vorzubeugen. Doch eine US-amerikansche Studie kommt jetzt zu dem Schluss, dass auch ihr Genuss vor einer OP ein entpsrechendes gesundheitliches Risiko birgt.

Elektronische Zigaretten gelten als umweltfreundlicher und weniger schädlich als die herkömmlichen Glimmstängel. Sie führen dem Körper ebenfalls Nikotin zu, jedoch ohne die Begleitung von gesundheitsschädlichen Verbrennungsprodukten. Ob auch diese Zigaretten die Wundheilung beeinträchtigen, wurde vom Boston Medical Center zunächst mit Nagern untersucht.

Die Tiere wurden für die Dauer von einem Monat Zigarettenrauch oder dem E-Zigaretten-Dampf ausgesetzt. Eine dritte Gruppe hielt sich in einer nikotinfreien Kammer auf und diente als Kontrollgruppe. Im Rahmen einer kleinen Operation wurde den Tieren winzige Hautareale transplantiert. Bei der Auswertung zeigte sich, dass die Wundheilung nach der OP in beiden Zigaretten-Gruppen nahezu in gleichem Maße beeinträchtigt war im Vergleich zur Kontrollgruppe.

Somit konnten bisherige Vermutungen bestätigt werden, dass sich Nikotin nachteilig auf die Wundheitlung nach einer Operation auswirkt, unabhängig davon, in welcher Form und mit welchen Begleitstoffen es angeboten wird. Ob dieses Ergebnis auch auf den menschlichen Organismus übertragen werden kann, muss in weiteren Studien geklärt werden.

Schnarchende Frauen – Belastung für das Herz

Frauen hört man seltener schnarchen. Doch wenn sie es tun, riskieren sie womöglich eine Herzschwäche oder einen Herzinfarkt in höherem Maße als die männlichen Schnarcher.

Bei vielen Menschen wird das Schnarchen begleitet von unregelmäßigen Atemaussetzern, die sogenannte Schlafapnoe. Sobald die Betroffenen im Schlaf unbewusst nicht atmen, nimmt der Gehalt an Sauerstoff im Blut konsequenterweise ab. Damit das kein folgenschwerer Dauerzustand bleibt, tritt eine automatische Weckaktion im Körper ein, und die Herzfrequenz sowie der Blutdruck werden in die Höhe geschnellt.

Diese Reaktion kann mehrmals pro Nacht geschehen, und ohne dass es den Schläfern bewusst wird, erwachen diese am Morgen im müden und abgeschlagenen Zustand. Für den Körper bedeutet eine derartige nächtliche Belastung ein erhöhtes gesundheitliches Risiko, weil sich daraus eine Herzschwäche entwickeln kann.

Wissenschaftler aus München nahmen 5.000 Teilnehmer, zu deren Herzgesundheit bereits Informationen gemessen und ausgewertet wurden, unter die Lupe. Parallel wurde erfragt, ob die Betroffenen schnarchten und Atemaussetzer hatten. Im Ergebnis zeigte sich, dass sich bei vielen Schnarchern und bei Betroffenen einer Schlafapnoe ein verdickter linker Herzmuskel ausgebildet hatte.

Diese Verdickung kann sich aus der permanenten Überbelastung des Herzens ergeben. Gesundheitsschädigende Folgen wie die Beeinträchtigung der körperlichen Leistung, Atemnot, Herz-Rhythmusstörungen oder sogar ein Infarkt oder plötzlicher Herztod können sich daraus ergeben, sofern keine Therapie erfolgt. Die Forscher mussten feststellen, dass sich eine derartige herzschädigende Reaktion bei den Frauen schneller einstellen kann als bei den Männern.

Bei einigen Teilnehmerinnen hatte sich die Verdickung des Herzmuskels bereits aufgrund des alleinigen Schnarchens ergeben. Bei den Teilnehmern hingegen trat diese Reaktion meistens erst infolge häufiger Atemaussetzer ein. Vor diesem Hintergrund sollten schnarchende Männer und Frauen sich einer ärztlichen Diagnose unterziehen, um eine mögliche Schlafapnoe mit entsprechenen Folgen auf die Herzgesundheit feststellen und frühzeitig behandeln zu können.

Zahngesundheit und Zahnästhetik

Kariesrisikobestimmung

Die Methoden zur Kariesrisikobestimmung dienen der frühzeitigen Erkennung eines erhöhten Kariesrisikos mit dem Ziel, die betroffenen Patienten intensiv und engmaschig zu betreuen und so die Erkrankung an Karies (Zahnfäule) abzuwenden oder in einem frühen Stadium therapieren zu können.

Karies ist eine Erkrankung der Zahnhartsubstanzen Dentin (Zahnbein) und Schmelz, die durch Säuren verursacht wird, welche beim Abbau von Kohlenhydraten durch Mikroorganismen entstehen. Diese haften den Zahnoberflächen mittels eines strukturierten Belags aus einer polysaccharid- und glykoproteinreichen Matrix an, der Plaque (Zahnbelag) oder dem Biofilm.

Für die Kariesentstehung spielt der Faktor Zeit eine wichtige Rolle: Je länger die Plaque auf den Zähnen belassen wird, je dicker und damit reifer sie also ist, desto höher ist ihre Kariogenität (Karies erzeugendes Potenzial): Innerhalb der Plaquemikroorganismen kommt es zu einer Verschiebung des ökologischen Gleichgewichts, einhergehend mit der Zunahme säuretoleranter Bakterienarten, vor allem Mutans-Streptokokken und Laktobazillen. Diese produzieren bei entsprechendem Nahrungsangebot in Form von Kohlenhydraten Säuren, die zur Demineralisierung (Erweichung) des Zahnschmelzes und nach häufigen Säureangriffen zu Initialläsionen (Kreideflecken, white spots) und schließlich zur irreversiblen Kavitation (Substanzverlust, Bildung eines Loches) führen.

Um dem komplexen multifaktoriellen Geschehen der Kariesentstehung gerecht zu werden, müssen zur Bestimmung des Kariesrisikos etliche Risikomarker herangezogen werden, die einzeln betrachtet keine sichere Prognose erlauben:

  • Bereits erlittene Karies
  • Initialkaries (Kreideflecken, white spots: Entkalkungen ohne Substanzverlust)
  • Allgemeinerkrankungen
  • Ernährung – Gewohnheiten, Häufigkeit, Zusammensetzung (Zuckermenge)
  • Plaque (bakterieller Zahnbelag) und deren Umfang
  • Fluorid-Prophylaxe
  • Nicht bakterielle Speichelparameter: Bestimmung der Speichelfließrate, Puffer-Kapazitätsbestimmung
  • Bakterielle Speicheltests: Speicheltest auf Streptococcus mutans, Speicheltest auf Laktobazillen
  • Allgemeine klinische Beurteilung des Mundgesundheitszustands

Indikationen (Anwendungsgebiete)
Die Kariesrisikobestimmung ist in der täglichen Praxisroutine erforderlich, um den Therapieumfang von Prophylaxe-Maßnahmen zu planen und Recallintervalle (Frequenz der Vorsorgetermine) festzulegen. Dabei sind Verfahren wie die Dentoprog-Methode oder das Cariogram sinnvolle Hilfsmittel, um das Kariesrisiko im Patientengespräch anschaulich darzustellen. Die Dentoprog-Methode wird auf Grund ihrer einfachen Anwendbarkeit auch gerne bei der Gruppenprophylaxe eingesetzt.

Sport

Weichen für Bewegungsträgheit bereits im frühen Grundschulalter gestellt

Während Kinder bis zum sechsten Lebensjahr ihren Tagesablauf durch regelmäßiges Toben, Rennen und Spielen auf entsprechenden Spielplätzen sehr bewegungsaktiv gestalten, nimmt der Bewegungsdrang offensichtlich bis zum elften Lebensjahr ab.

Bisher wurde angenommen, dass der Rückgang der Bewegungsintensität bei vielen Kindern und Jugendlichen insbesondere auf das Einsetzen der Pubertät zurückzuführen ist. Doch dem ist laut Ergebnis einer Studie nicht so. Bereits sehr viel früher werden im Kindesalter von 6 bis 11 Jahren die Weichen gestellt, ob sich die Betroffenen zum Bewegungsmuffel entwickeln oder nicht.

Die Daten von über 1.600 Kindern aus den Ländern Belgien, Polen, Italien, Spanien und Deutschland wurden näher untersucht. Im Alter von 0 bis 11 Jahren erfolgten wiederkehrende Tests, mit denen unter anderem die tägliche Bewegungsaktivität gemessen wurde. Es gab tägliche Phasen, in denen sich die Kinder intensiver bewegten als in anderen Tagesphasen.

Mit der Auswertung bestätigte sich, dass der Aktivitätsgrad der Kinder im Laufe ihrer jungen Lebensjahre bereits kontinuierlich abnahm: Mit sechs Jahren kamen die Kleinen auf 533 Minuten aktiver Bewegung pro Tag, mit acht Jahren erreichten sie nur 520 Minuten und im Alter von elf Jahren war ihr Aktivitätslevel auf 458 Minuten gesunken.

Bei der angestrengten, intensiven Aktivität war die Entwicklung ähnlich: Sechsjährige schafften es auf tägliche 115 Minuten, Achtjährige auf 122 Minuten. Doch danach verzeichnet sich bereits ein Abwärtstrend: Elfjährige absolvieren lediglich noch ein 84-minütiges intensives Training.

Die verbrachte Zeit im Sitzen nahm im Gegenzug kontinuierlich von 299 Minuten bei den Sechsjährigen auf 406 Minuten bei den Elfjährigen pro Tag zu. Entsprechend entwickelte sich auch die Körpermasse der Kinder und Jugendlichen: Je weniger sich körperlich bewegt wurde, desto höher lag der Anteil an angesammeltem Körperfett.

Mit diesem Ergebnis scheint belegt, dass sich das Bewegungsmuster des Nachwuchses bereits im Alter von 6-11 Jahren verändern kann und den Kindern und den Eltern(!) sehr frühzeitig Anreize für mehr körperliche Bewegung gegeben werden muss. Weder das Schulpensum noch zeitraubende Freizeitaktivitäten dürften den Kindern die Gelegenheit nehmen, sich ausreichend sportlich zu bewegen, so die Studienautoren.

Herzgesundheit und Marathon – Sollten Amateur-Läufer lieber Halbmarathon wählen?

Einen Marathon zu laufen – das ist das Ziel vieler Freizeitsportler, die regelmäßig ihre Runden joggen. Ein Studienergebnis aus Spanien warnt jedoch davor, es vor allem vor dem Hintergrund der Herzgesundheit nicht zu übertreiben. Auch ein regelmäßiges Training schützt demnach viele Marathon-Einsteiger nicht vor einer möglichen Überbelastung des Herzens während eines Marathon-Laufes.

Um das Herz weniger stark zu belasten, wird den Laufwilligen trotz ihres regelmäßigen Trainings empfohlen, sich unbedingt zunächst über einen Halbmarathon oder 10 km-Lauf an die lange Marathonstrecke heranzutasten.

Über 300 herzgesunde Amateurläufer im mittleren Alter von 37 Jahren nahmen an der Studie teil. 63 von ihnen wurden für weitere Untersuchungen ausgewählt. Sie hatten etwa drei Jahre läuferisch trainiert und ein Körper-Normalgewicht. Ein Drittel von ihnen legte eine Marathon-Strecke zurück, ein weiteres Drittel einen Halbmarathon und das letzte Drittel lief einen 10 km-Lauf.

Jeweils 10 Minuten vor dem Lauf und 10 Minuten danach wurden Blutuntersuchungen vorgenommen, um Auskünfte über die Herzgesundheit, insbesondere auch den gesundheitlichen Zustand des Herzmuskels zu erhalten. Jeder Läufer wurde nach seinem Lauf bezüglich seines Belastungsempfindens befragt. Fast alle Läufer gaben diesbezüglich auf einer Skala ähnliche Werte an.

Im Ergebnis zeigte sich, dass insbesondere das kardiale Troponin, ein Eiweißkomplex, der bei einer Schädigung des Herzens aus den Herzmuskelzellen ins Blut abgegeben wird, bei den Marathon-Läufern im Vergleich zu den Läufern der anderen beiden kürzeren Laufstrecken in höherer Menge gemessen wurde.

Die Wissenschaftler schließen daraus, dass die Belastung des Herzmuskels und damit die Herzinfarkt-Gefahr trotz des regelmäßigen Trainings bei den Hobby-Marathon-Läufern erhöht sein könnte, während die Herzbelastung durch einen kürzeren Streckenlauf nicht so hoch ist. Für präzisere Angaben seien jedoch weitere Studien notwendig, so die Studienautoren.

Beauty und ästhetische Medizin

Nahrungsmittelallergie als mögliche Ursache einer Windeldermatitis?

Viele Neugeborene haben innerhalb ihres ersten Lebensjahres einen wunden Po. Manche sind davon sogar über einen längeren Zeitraum und wiederkehrend betroffen. Zu dem schmerzenden Hautausschlag und wunden Hautreizungen im Windelbereich kommen bei einigen Babys regelmäßige Durchfälle dazu. In solchen Fällen kann es sich möglicherweise um erste Vorboten einer Allergie auf Nahrungsmittel handeln, so das Ergebnis einer Studie aus Istanbul.

Bei einer Windeldermatitis sind die Hautausschläge entweder auf ein nasswarmes Milieu unter der Windel und gegebenenfalls zu seltenes Windelwechseln zurückzuführen. Aber auch bestimmte Medikamente oder Durchfall konnen dazu führen, dass die Haut übermäßig gereizt wird durch den ausgeschiedenen Stuhl, durch Urin oder vorhandene Bakterien. Der natürliche, noch sehr empfindliche Schutz der Hautbarriere wird auf diese Weise beeinträchtigt. Das kann für das betroffene Baby äußerst unangenehm sein.

Im Rahmen einer Studie wurden die Daten von über 150 Babys im maximalen Alter von 13 Monaten näher untersucht. Sie alle waren mindestens vier Wochen lang von einer Windeldermatitis betroffen. Aufgrund eines Verdachts auf eine Allergie wurden entsprechende Untersuchungen und Allergietests durchgeführt.

Im Ergebnis zeigte sich, dass bei 123 Babys eine Allergie diagnostiziert werden konnte. Am häufigsten lag eine Kuhmilchallergie vor, gefolgt von einer Allergie auf Hühnerei und eher selten auf Weizen. Häufig waren mehrere Lebensmittel der Kleinen Auslöser einer Allergie. Bei diesen Babys war es sehr viel häufiger bereits zu einer Windeldermatitis gekommen, und diese verlief auch schwieriger als bei dem Nachwuchs, der keine Nahrungsmittelallergie hatte.

Sobald also das diagnostizierte Allergen gemieden wurde, kam es bei nahezu 78 % zu einem Abklingen der Windeldermatitis. Nach Ansicht der Wissenschaftler sei es unbedingt empfehlenswert, bei einer verdächtigen Windeldermatitis mit häufigen Durchfällen Allergietests durchzuführen, um mögliche Allergene frühzeitig in der Kindernahrung ausschließen zu können.

Atopische Dermatitis und Probiotika

Die atopische Dermatitis, vielen besser bekannt unter der Bezeichnung Neurodermitis, tritt weltweit bei einem Fünftel der Kinder und Jugendlichen auf. Es gibt sehr viele therapeutische Ansatzpunkte, um die Entzündungsreaktionen auf der Haut möglichst einzudämmen. Auch Produkte mit probiotischen Bakterienstämmen kommen dabei in Betracht. Eine Studie von spanischen Wissenschaftlern konnte nun erneut belegen, dass Probiotika auch bei Kindern und Jugendlichen eine atopische Dermatitis lindern können, indem sie deren gestörte Darmbarriere positiv beeinflussen.

26 Mädchen und 24 Jungen im Alter zwischen 4 und 17 Jahren nahmen an der Studie teil. Ihre atopische Dermatitis war mäßig bis stark ausgeprägt. Die Betroffenen wurden teilweise bereits mit bekannten Steroiden wie beispielsweise Cortison-Salben behandelt. Im Rahmen der Studie ernährten sie sich nach den Prinzipien einer mediterranen Diät.

Zusätzlich nahm die Hälfte von ihnen für die Dauer von drei Monaten eine probiotische Nahrungsergänzung mit den Stämmen Bifidobacterium lactis, Bifidobacterium longum und Lactobacillus casei ein, während die andere Teilnehmerhälfte entsprechende Plazebo-Kapseln erhielt. Im Anschluss an diese drei Monate wurden Messungen durchgeführt, um den Schweregrad der Dermatitis neu zu bestimmen.

Im Ergebnis zeigte sich, dass die Kinder, die für die Dauer von 12 Wochen probiotische Kulturen aufgenommen hatten, deutlich profitierten: Der Grad ihrer Hautentzündungen war deutlich zurückgegangen im Vergleich zu den Kindern mit den Placebo-Kapseln. Entsprechend benötigte die erste Gruppe auch weniger steroidhaltige äußere Anwendungen, weil die Krankheitsschübe weniger stark ausgeprägt waren.

Ebenso vor dem Hintergrund, dass es bei den Kindern nicht zu unangenehmen Nebenwirkungen gekommen war, empfehlen die Studienautoren entprechende Probiotika auch bei Kindern und Jugendlichen, um eine atopische Dermatitis begleitend zu behandeln.

Vitalstoffe und Ernährung

Polyphenol-Mischung verzögert kognitiven Abbau im Alter

Polyphenole sind bioaktive Inhaltsstoffe aus Obst und Gemüse mit zahlreichen positiven Wirkungen auf die Gesundheit. Wissenschaftler aus Frankreich und Kanada untersuchten nun die Wirkung einer Polyphenol-Mischung aus Blaubeeren und Trauben.

In einer dem Zufallsprinzip unterliegenden, placebokontrollierten Ernährungsstudie wurden 215 Männer und Frauen im Alter zwischen 60 und 70 Jahren in zwei Gruppen eingeteilt. Gruppe 1 erhielt über 6 Monate eine Kapsel mit einer Mischung aus Blaubeer- sowie Traubenpolyphenolen und Gruppe 2 erhielt ein Placebo.

Ergebnisse
Ein Vergleich der kognitiven Leistung zu Studienanfang und nach Ende der sechs Monate machte deutlich, dass Teilnehmer, welche Polyphenole eingenommen hatten, eine deutliche Verbesserung des Erinnerungsgedächtnisses aufwiesen. Besonders ausgeprägt war dieser Effekt bei Teilnehmern, die zu den 25 % gehörten, welche zu Studienbeginn am schlechtesten bei dem Test abgeschnitten hatten.

Zusammenfassung
Polyphenole aus Blaubeeren und Trauben können dazu beitragen, im Alter den kognitiven Leistungsabfall zu verzögern.

MAPT-Studie: Omega-3-Fettsäuren & körperliche Fitness im Alter

Marine Omega-3-Fettsäuren haben schon in zahlreichen Studien einen gesundheitlichen Nutzen bewiesen. Dazu zählen beispielsweise positive Wirkungen im Bereich der Gehirn- und Herzfunktion, aber auch auf das Immunsystem. Französische Wissenschaftler entdeckten nun einen weiteren interessanten Zusammenhang. Fougère und Kollegen werteten in einer Querschnittsstudie die Daten der MAPT-Studie aus.

Die MAPT-Studie (Multidomain Alzheimers Disease Trial) ist eine placebokontrollierte Ernährungsstudie und umfasst 1.449 Senioren im Alter zwischen 70-79 Jahren. Die Wissenschaftler wollten untersuchen, ob die Versorgung mit den marinen Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) einen Einfluss auf deren körperlichen Fitnesszustand hatte.

Dazu mussten die Teilnehmer einen kurzen Fitness-Test mit verschiedenen Übungen absolvieren. Ebenso wurden die EPA- und DHA-Konzentrationen der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) bestimmt und mit den Testergebnissen in Zusammenhang gebracht.

Ergebnisse
Senioren mit niedrigen EPA- und DHA-Konzentrationen hatten im Vergleich zu den anderen eine deutlich schlechtere körperliche Fitness. Nach Bereinigung zahlreicher Störfaktoren verlor dieser Effekt jedoch an Aussagekraft.

Zusammenfassung
Auf Grundlage der Studienergebnisse könnten marine Omega-3-Fettsäuren eine wichtige Funktion für die körperliche Fitness im Alter haben.

Anti-Aging – Alt werden, jung bleiben

Wer am Screening teilnimmt, halbiert sein Sterberisiko durch Brustkrebs

Wie sehr Frauen von einer Mammografie profitieren, zeigt das Ergebnis einer Studie aus Schweden, die ihr Augenmerk insbesondere auf Erkrankungsfälle gelegt hat, bei denen der Brustkrebs zum Tode geführt hat. Demnach hilft ein Screening eindeutig dabei, das Risiko für einen tödlichen Verlauf der Krebserkrankung zu reduzieren.

Seit Jahren wird in Schweden ein Mammografie-Screening durchgeführt. Die Studienleiter nahmen daher die erfassten Screeningdaten aus den Jahren 1977 bis 2015 näher unter die Lupe. Zudem wurde die allgemeine Betroffenen-Situation bezüglich des Vorhandenseins und Verlaufs von Brustkrebs in den Jahren zwischen 1958 bis 1976, in denen noch keine Screenings durchgeführt wurden, nachbeobachtet.

Die Daten von mehr als 50.000 jährlich erfassten Frauen im Alter zwischen 40 und 69 Jahren gingen somit in die Studie ein. In den untersuchten 58 Jahren kam es bei 4.513 Frauen zu einer Brustkrebserkrankung. In den ersten zehn Jahren nach Diagnose starben 1.061 Frauen an ihrer Krebserkrankung, in den folgenden 10 Jahren 201 Frauen.

Bei der Auswertung zeigte sich, dass sich der Tod infolge einer Brustkrebserkrankung hauptsächlich in den ersten 10 Jahren der Erkrankung ereignet. Ein medizinischer Nutzen einer Mammografie ist somit vor allem in den ersten 10 Jahren des Krankheitsverlaufes besonders hoch.

Denn je früher die Krebserkrankung mit Hilfe einer Mammografie erkannt werden kann, desto effektiver kann die zu dem frühen Zeitpunkt verfügbare Therapie eingesetzt werden, um dem tödlichen Verlauf frühzeitig entgegenzuwirken. Das Risiko von einem tödlichen Brustkrebs betroffen zu sein, konnte durch ein Screening um über 50 % herabgesetzt werden, so das Ergebnis der Studie. Der positive Nutzen eines frühzeitigen Screenings ist somit eindeutig belegt, so die Studienautoren.

Lungenkrebs häufiger bei Frauen als bei Männern

Das Lungenkarzinom war bisher eher Männersache. Frauen waren im geschlechtlichen Vergleich seltener betroffen. Wie jetzt eine US-amerikanische Studie zeigt, scheint sich dieses Geschlechterverhältnis mittlerweile jedoch umgedreht zu haben, zumindest in der US-Bevölkerung.

Mit Hilfe eines Registers, in dem die Krebserkrankungsraten der US-Bevölkerung festgehalten werden, wurde die Studie durchgeführt. Die gesammelten Daten zwischen den Jahren 1995 und 2014 bezüglich entsprechender Krebserkrankungen in Abhängigkeit von Geschlecht und Alter wurden näher unter die Lupe genommen. Zusätzlich wurden Daten bezüglich des Rauchverhaltens der Bevölkerung in die Studie einbezogen.

Bei der Auswertung zeigte sich zunächst ein grundsätzlich positives Ergebnis: In der Bevölkerungsgruppe mittleren Alters, also zwischen 30 und 54 Jahren, gab es im Verlauf des Beobachtungszeitraumes weniger Neuerkrankungen an Lungenkrebs, sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen. Im Durchschnitt nahm das Lungenkarzinom in dieser Altersgruppe also ab. Was die Wissenschaftler jedoch etwas überraschte, war, dass der Rückgang bei den Männern stärker war als bei den Frauen.

Umgekehrt bedeutet das, dass immer mehr Frauen an einem Lungenkarzinom erkranken als Männer, obwohl das Rauchverhalten beider Geschlechter nahezu unverändert ist. Das weibliche Geschlecht greift in der untersuchten Altersgruppe sogar weniger zu den Zigaretten. Die Wissenschaftler nehmen daher an, dass die Gesundheit der Frauen empfindlicher auf den Tabakgenuss und deren krebsfördernde Inhaltsstoffe reagiert als die der Männer.

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