Mit dem Eucell Vitalstoff-Telegramm informiert uns Dr. med. Werner G. Gehring mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Ernährungsmedizin. Folgende Themen erwarten Sie in dieser Ausgabe:

Cochrane Update: Omega-3-Fettsäuren in der Schwangerschaft// Omega-3-Fettsäuren & körperliche Fitness im Alter// Rauchen in der Schwangerschaft: Vitamin C verbessert Lungenfunktion von Nachwuchs// EPA und DHA in der Schwangerschaft verbessern Sehfähigkeit des Nachwuchs// Metabolisches Syndrom: Vitamin C und Vitamin D helfen// Marine Omega-3-Fettsäuren erhalten Muskelmasse nach Immobilisierung

Cochrane Update: Omega-3-Fettsäuren in der Schwangerschaft

Das renommierte Cochrane-Netzwerk aus vielen internationalen Wissenschaftlern hat in einer aktuellen Metaanalyse alle relevanten Studien zusammengetragen und ausgewertet, die einen Nutzen von marinen Omega-3-Fettsäuren während der Schwangerschaft untersucht hatten. Die Studie, welche im November 2018 veröffentlicht wurde, war eine Aktualisierung der letztmaligen Untersuchung aus 2006. Die Wissenschaftler fassten die Daten von 70 hochqualitativen, randomisierten und placebokontrollierten Interventionsstudien zusammen. Das gesamte Kollektiv bestand aus 19.927 schwangeren Frauen und deren Nachwuchs. 

Ergebnisse
Die Studienlage zur Einnahme von marinen Omega-3-Fettsäuren und der Reduzierung des Risikos für Frühgeburten (<37. Schwangerschaftswoche) oder extremen Frühgeburten (<34. Schwangerschaftswoche) war den Wissenschaftlern nach sehr gut und überzeugend. Die betrifft ebenso die Reduktion des Risikos für ein zu geringes Geburtsgewicht. Des Weiteren stellten die Wissenschaftler einen moderaten Effekt bei der Abnahme der Risiken für Präeklampsien, Aborte oder den Aufenthalt des Neugeborenen auf der Intensivstation fest.

Zusammenfassung
Das Cochrane Review spricht marinen Omega-3-Fettsäuren einen signifikanten Nutzen während der Schwangerschaft zu. Es wären keine weiteren Studien nötig, um die Bedeutung von marinen Omega-3-Fettsäuren in der Schwangerschaft zu untersuchen. Wichtiger sei in der Zukunft, den langfristigen Nutzen für Mutter und Kind in Nachuntersuchungen zu prüfen.

Gesundes Altern mit marinen Omega-3-Fettsäuren

Wer im Alter einen hohen Gehalt der marinen Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) im Blut aufweist, ist meist gesünder als andere Altersgenossen. Die Cardiovascular Health Study untersuchte den Einfluss von marinen Omega-3-Fettsäuren auf die Gesundheit im Alter. Anders als bei Interventionsstudien handelte es sich bei der Studie von Lai und Kollegen um eine prospektive Kohortenstudie mit 2.622 Senioren im Alter zwischen 69 bis 79 Jahren. Die Wissenschaftler untersuchten in einem Zeitraum von 14 Jahren dreimal den Serumspiegel der Omega-3-Fettsäuren und beobachteten die gesundheitliche Entwicklung der Senioren ab dem Alter von 65 Jahren.

Ergebnisse
Senioren mit einem hohen Gehalt der marinen Omega-3-Fettsäuren im Blut entwickelten im Untersuchungszeitraum um 18 % seltener eine chronische Erkrankung sowie kognitive oder physische Einschränkungen. Gleiches galt auch für die Omega-3-Fettsäuren EPA und DPA, die das Risiko um 15 % bzw. 16 % senkten.

Zusammenfassung
Marine Omega-3-Fettsäuren stehen im Zusammenhang mit einem geringeren Risiko für Erkrankungen im Alter. Die Einnahme der marinen Fettsäuren könnte nach Aussage der Wissenschaftler ein gesundes Altern unterstützen.

Rauchen in der Schwangerschaft: Vitamin C verbessert Lungenfunktion von Nachwuchs

Rauchen in der Schwangerschaft ist ein großer Risikofaktor für die Gesundheit des Nachwuchses. Die Einnahme von Vitamin C während der Schwangerschaft kann die Schäden des Tabakrauches beim Fetus abschwächen. An der randomisierten und placebokontrollierten Interventionsstudie nahmen 251 Schwangere teil, die nicht auf das Rauchen während der Schwangerschaft verzichten wollten. Sie erhielten ab der 13. bis zur 23. Schwangerschaftswoche entweder ein Vitamin C-Supplement oder ein Placebo. Die Wissenschaftler untersuchten, ob die tägliche Einnahme von 500 mg Vitamin C eine Wirkung auf die Lungenfunktion des Neugeborenen im Alter von 3 Monaten hatte. Die Lungenfunktion wurde mit der RVRTC-Technik (raise volumerapid thoraric compression) gemessen.

Ergebnisse
Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft Vitamin C eingenommen hatten, waren im Vorteil. Die Werte für FEF50 und FEF25-75 waren bei Säuglingen der Vitamin C-Gruppe im Vergleich zum Placebo signifikant größer (436,7 vs. 408,5 ml/s bzw. 387,4 vs. 365,8 ml/s). Dieser Wert entspricht dem Luftstrom bei forcierter Exspiration, wenn 50 % der Luftmenge aus den Lungen gepresst werden. Die Wissenschaftler vermuten eine schädigende Wirkung in Form von oxidativem Stress, der durch die Behandlung mit Vitamin C vermindert werden könnte.

Zusammenfassung
Vitamin C könnte das Ausmaß der Lungenschädigung bei Säuglingen reduzieren, dessen Mütter in der Schwangerschaft rauchen.

EPA und DHA in der Schwangerschaft verbessern Sehfähigkeit des Nachwuchs

Der Verzehr der marinen Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) in der Schwangerschaft verbessert die Sehfähigkeit des Nachwuchses. Wissenschaftler der Turku Universität aus Finnland untersuchten in einer Kohortenstudie den Einfluss der Ernährung in der Schwangerschaft auf die Sehfunktion des Nachwuchses. 56 Mutter-Kind-Paare wurden in die Studie einbezogen. Der Verzehr der marinen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA  wurde durch Auswertung von Ernährungstagebüchern und Befragungen in der Schwangerschaft bestimmt. Des Weiteren bestimmten die Wissenschaftler den Serumspiegel der Mutter in der Spätschwangerschaft und des Säuglings im Alter von einem Monat.

Ergebnisse
Kinder, dessen Mütter im letzten Schwangerschaftsdrittel mindestens drei Portionen Fisch pro Woche gegessen hatten, wiesen im Alter von 2 Jahren eine signifikant bessere Sehfähigkeit auf als von Müttern, die zwei oder weniger Mahlzeiten verzehrten. Die Sehfähigkeit wurde durch visuell evoziertes Potential bestimmt. Der Gehalt an marinen Omega-3-Fettsäuren in den Serumphospholipiden von Mutter und Kind korrelierte ebenfalls positiv mit der Sehfähigkeit und der Anzahl an verzehrten Mahlzeiten.

Zusammenfassung
Die Ergebnisse der Kohortenstudie zeigen nach Meinung der Autoren die Wichtigkeit von marinen Omega-3-Fettsäuren in der Schwangerschaft für die neuronale Entwicklung insbesondere für das visuelle System auf.

Metabolisches Syndrom: Vitamin C und Vitamin D helfen

Das metabolische Syndrom ist eine Sammelbezeichnung verschiedener Krankheiten und Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen. Zu den Risikofaktoren gehören starkes Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhter Blutzuckerspiegel und ein gestörter Fettstoffwechsel. Nach den Ergebnissen einer aktuellen Studie könnte die zusätzliche Einnahme von Vitamin C und Vitamin D Menschen mit metabolischem Syndrom helfen. Die Wissenschaftler teilten 180 Männer und Frauen im Alter zwischen 30 bis 50 Jahren und einem metabolischen Syndrom in sechs Gruppen ein. Jeder Gruppe erhielt über drei Monate entweder täglich 500 mg Vitamin C oder 50 µg Vitamin D (2.000 IE) oder ein Placebo mit oder ohne zusätzlichem Sportprogramm.

Ergebnisse
Die Vitamin D-Gruppe erzielte eine bessere Wirkung als die anderen Gruppen. Die Wissenschaftler beobachteten eine Verbesserung des Nüchternglucose-, Gesamtcholesterin- und  LDL-Cholesterin-Wertes sowie des Blutdruckes. Die Wirkung von Vitamin C war dafür ausgeprägter im Hinblick auf den Bauchumfang sowie die Triglycerid- und HDL-Cholesterinspiegel. Einen Einfluss auf das Gewicht hatte keines der beiden Vitamine.

Zusammenfassung
Vitamin C und Vitamin D können zahlreiche Parameter von Patienten mit einem metabolischen Syndrom verbessern. Eine Kombination mit körperlicher Betätigung kann die Wirkung maximieren.

Hinweis zum Versorgungszustand von Vitamin D (Nationale Verzehrsstudie II 2008)
In der Altersgruppe ab dem 19. LJ. erreichen über die normale Ernährung 0 % der Frauen und Männer die Zufuhr-Empfehlung, weshalb den am schlechtesten Versorgten circa 19,2 µg Vitamin D fehlen. (DGE-Empfehlung: 20 µg/Tag)

Muskelatrophie: Marine Omega-3-Fettsäuren erhalten Muskelmasse nach Immobilisierung

Eine Immobilisierung von Gliedmaßen bspw. nach Operationen führt innerhalb weniger Tage zu einer Muskelatrophie, bei der Muskelproteine abgebaut werden. McGlory und seine Kollegen von der McMaster Universität in Hamilton untersuchten in einer Studie, ob die Einnahme von hochdosierten marinen Omega-3-Fettsäuren aus Fisch den Muskelabbau verhindern kann. Insgesamt 20 normalgewichtige, junge Frauen erhielten für 4 Wochen entweder 5.000 mg der marinen Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) oder ein Placebo. Anschließend wurde ein Bein der Frauen für 2 Wochen immobilisiert. Vor und nach der Immobilisierung sowie nach einer zweiwöchigen Erholungsphase wurde im betroffenen Bein der Frauen die Muskelgröße und Muskelmasse bestimmt.

Ergebnisse
Die Autoren berichteten in ihrer Studie, dass Frauen, die EPA und DHA eingenommen hatten, in Folge der Immobilisation signifikant weniger Muskelmasse verloren als Frauen der Placebogruppe. Die Muskelproteinsynthese war bei Frauen der Omega-3-Gruppe in allen Phasen vor und nach der Immobilisation sowie nach der Erholungsphase signifikant höher als in der Placebogruppe.

Zusammenfassung
Die Studie bestätigt, dass marine Omega-3-Fettsäuren den Muskelverlust aufgrund einer Immobilisierung reduzieren können.

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